Die Statue "Girl with a Dolphin" von David Wynne mit der Tower Bridge und - im Hintergrund - "The Shard", dem derzeit höchsten Gebäude der EU.

"Why, Sir, you find no man, at all intellectual, who is willing to leave London. No, Sir, when a man is tired of London, he is tired of life; for there is in London all that life can afford."

Samuel Johnson

Hier könnt ihr einen Bericht und ein paar Fotos zu einem 5-tägigen London-Aufenthalt im Mai 2016 sehen. Dieser Bericht steht stellvertretend für die vielen Male, die ich bereits in London war. Ich sehe mich außerstande, all diese Reisen zu dokumentieren oder gar einen umfassenden Überblick über diese wundervolle Stadt zu geben.

London ist immer eine Reise wert. Hier noch ein Link zu einer Auswahl meiner London-Fotos, die auf den regelmäßigen Besuchen von 2003 bis 2016 entstanden sind: KLICK

Tate Britain, Covent Garden und Soho

Wir kommen mittags in Heathrow an. Alles geht sehr zügig, wir nutzen die vollautomatische Passkontrolle, und da wir nur mit Handgepäck reisen, müssen wir auch nicht am Gepäckband warten. Schnell noch Oystercards aus dem Automaten ziehen und ab in die U-Bahn. In London wohne ich immer in unterschiedlichen Stadtteilen, um verschiedene Gegenden kennenzulernen. Diesmal habe ich das W14 Hotel Kensington (das "W14" im Hotelnamen ist der Bezirk) ausgewählt. Das Hotel liegt sehr gut, die U-Bahn-Stationen Barons Court und West Kensington sind fußläufig erreichbar, damit haben wir die District Line und die Piccadilly Line, um in die Stadt zu gelangen. Auf der North End Road gibt es ein paar Läden, Restaurants und ein nettes Café.

Um 14 Uhr ziehen wir los. Wir fahren zur Tate Britain, wo wir uns die umfangreiche Sammlung von Gemälden von William Turner, dem Meister des Lichts, ansehen. Danach fahren wir mit dem Bus zum Trafalgar Square und nutzen die Regenpause um durch Covent Garden und Soho zu schlendern.

Wachablöse, Little Venice und Camden

Wir beginnen am Buckingham Palace, wo um 11:30 Uhr die Wachablöse stattfindet. Offensichtlich wird bei Schlechtwetter eine Sparversion der Zeremonie veranstaltet. Mehr als 10 oder 12 Soldaten laufen da nicht rum, keine Musikkapelle, langweilig. Danach fahren wir zum geschäftigen Bahnhof Paddington, gehen zum Hinterausgang raus und befinden uns kurze Zeit später in Little Venice. Das liebe ich an London, es gibt so viele unterschiedliche Gegenden. Little Venice ist ein Hafenbecken, das zum Grand Union Canal gehört. Auf den Wasserwegen kann man mit Narrowboats bis Nordengland fahren. Die Kanäle wurden Mitte des 19. Jahrhunderts von zahllosen Arbeitern mit Spaten (!) gegraben und dienten ursprünglich zur Güterbeförderung zwischen London und den Industriegebieten im Norden. Heute ist Little Venice Liegeplatz für Menschen, denen Wohnraum in London zu teuer geworden ist.

Mit einem Boot fahren wir nach Camden, wo sich London wieder komplett anders darstellt. Rund um Camden Lock entstanden Märkte für Kunsthandwerk und verschiedensten Kram, die Gegend ist schäbig, alternativ, punkig. Das Wetter ist nicht besonders, wir beschließen mit der Northern Line zum Trafalgar Square zu fahren, um uns in der National Portrait Gallery die Gemälde der Tudors und Stuarts anzusehen. Als wir danach das Museum verlassen, scheint die Sonne und wir fahren zurück nach Camden, um vom Primrose Hill über London zu blicken und danach in einem Pub das Abendessen einzunehmen.

Squirrel im St. James's Park

Hyde Park

Little Venice

Camden Markets

Kew Gardens, Kensington Gardens und Royal Albert Hall

Ein herrlicher Frühlingstag in Kew Gardens

Die Sonne scheint und es ist warm. Wir ändern spontan unser Programm und fahren mit der District Line nach Richmond. Dort sitzen wir eine Zeit lang am Themseufer und nehmen danach ein Taxi zum Eingang von Kew Gardens. Die Royal Botanic Gardens in Kew, wie die prächtige Parkanlage mit ihren zahlreichen Themengärten offiziell heißt, ist im Mai ein toller Anblick. Wir entdecken viele Pflanzenarten, die wir auch selbst im Garten haben.

Wir bleiben etwa vier Stunden, dann fahren wir wieder in die Stadt, um in einem Restaurant in der Royal Albert Hall den Afternoon Tea einzunehmen. Danach schlendern wir zum Kensington Palace und legen uns in Kensington Gardens in die Wiese. Abends sind wir dann wieder in der Royal Albert Hall und sehen den Auftritt von Ralph McTell. Der Londoner Singer/Songwriter erzählt zwischen seinen Liedern Anekdoten aus seinem Leben, z.B. wie er in den 60ern zur Royal Albert Hall gefahren ist, weil Bob Dylan gespielt hat. Er konnte sich allerdings die Eintrittskarte nicht leisten und hat sich deshalb in einem Pub in der Nähe betrunken. "Ich weiß noch genau, wie ich hingekommen bin. Wie ich nach Hause gekommen bin, hab ich allerdings keine Ahnung." Später dann sagt er: "Now I play my hit!". Das Publikum antwortet mit tosendem Applaus. Und diesen Hit kennen sogar wir: "Let me take you by the hand, and lead you through the streets of London ..."

Kew Gardens

Kew Gardens

Kew Gardens

Kew Gardens

Royal Albert Hall

Spaziergang am Südufer der Themse

City Hall

Wir beginnen mit der Besichtigung von Westminster Abbey, der Krönungs- und Beisetzungskirche des Königreichs. Hier befinden sich die letzen Ruhestätten von Eduard dem Bekenner, Maria Stuart, Elisabeth I. und etwa 100 anderer Mitglieder der Krone, aber auch weltlicher Persönlichkeiten, wie z.B. Charles Dickens, Isaac Newton, Laurence Olivier oder David Livingstone. Danach wandern wir am Südufer der Themse entlang. London Eye, National Theatre, Tate Modern, Millennium Bridge, St. Paul's Cathedral, Borough Market, Southwark Cathedral, City Hall. Wir gehen über die Tower Bridge zu St. Catherine's Dock und wandern noch ein wenig durch die City of London, wo ich staune, dass da immer noch so viel gebaut wird. Die kleinste Lücke wird genutzt um einen weiteren Büroturm hineinzuquetschen.

Am Abend feiern wir ein wenig in Bill Wyman's Sticky Fingers. Bill Wyman war bis 1993 Bassist der Rolling Stones, was sich in seinem Restaurant vorteilhaft auf die Musikauswahl und die Dekoration auswirkt. Das Lokal sieht aus wie ein Hardrock Café mit Rolling-Stones-Schwerpunkt. Ich mag den Laden.

Unter der Blackfriars Bridge

Millennium Bridge und St. Paul's Cathedral

Lloyd's Building

Afterwork Bierchen in Leadenhall Market

Greenwich und British Museum

Um 19:25 Uhr geht unser Flieger, wir haben also noch fast einen ganzen Tag. Den nutzen wir, um nach Greenwich zu fahren. Wir besuchen die ominöse gelbe Linie vor dem Royal Observatory und sehen uns im National Maritime Museum die Ausstellung über die East India Company an. Was lernt man dort? Dass die ganze Pracht dieser Stadt darauf beruht, dass man im 18. und 19. Jahrhundert weite Teile Süd- und Ostasiens schonungslos unterdrückt und ausgebeutet hat. Wer den Handel beherrscht, beherrscht die Welt.

Danach fahren wir mit dem Thames Clipper zurück in die Stadt und gehen ins British Museum. Die großartige Dachkonstruktion von Sir Norman Foster besteht aus 1656 Paar Glasplatten und wurde im Jahre 2000 von dem österreichischen Stahlbauunternehmen Waagner-Biro fertiggestellt. Der Innenhof ist mit 7.100 Quadratmetern Hoffläche der größte überdachte öffentliche Platz in Europa. Die ausgestellten Exponate: Raubkunst wohin man schaut! Als in den 1970ern die Diskussion aufkam, ob man den Koh-i-Noor (einen riesigen Diamanten, der in der Krone von Queen Mary verarbeitet wurde) an Indien restituieren solle, meinte der damalige Premierminister: "Kommt nicht in Frage, wenn wir damit mal anfangen, ist das British Museum leer."

Der Besucherandrang - besonders bei den Mumien - ist gigantisch. Wir kämpfen uns bis zum Stein von Rosetta durch, dann verlässt uns die Lust. Außerdem werden wir langsam hungrig. In der Nähe des Hotels essen wir nochmal Fish & Chips bzw. Bangers & Mash, dann holen wir die Trolleys vom Hotel ab und brechen in Richtung Flughafen auf.

Royal Observatory

Blick über Greenwich

Der Teaclipper Cutty Sark

Buddelschiff vor dem National Maritime Museum

British Museum

Ein paar Tipps und Anmerkungen zum Abschluss

Ja, London ist teuer. Das ist für mich nichts Neues. Ich war ja schon gut 10 x in London, eine Zeit lang war ich jedes Jahr dort. Wenn man mit der Bahn in London ankommt (z.B. Stansted Express, Gatwick Express,...) oder eine gültige Bahnkarte (z.B. One-Day Travelcard für London, gekauft am Bahnschalter) hat, kann man die "2 for 1" Angebote von daysoutguide.co.uk nutzen. An so ziemlich allen Sehenswürdigkeiten Londons bezahlt man dann 1 Eintrittskarte, die 2. Person darf gratis rein. Bei der Auswahl des Besichtigungsprogramms kann man wahrscheinlich am meisten sparen. Es sind auch viele Sehenswürdigkeiten gratis, z.B. die großen Museen.

Halbwegs vernünftige Hotels in guter Lage (innerhalb Zone 1-2 des ÖPNV, U-Bahn in Gehweite) kosten ab 120 Euro (Zimmerpreis). Unseres hat 140 gekostet. Dafür erhält man ein recht kleines Zimmer, ein schmales Bett (ich schätze so ca. 140 cm) und ein recht übersichtliches Frühstück.

Um den ÖPNV zu nutzen, empfiehlt sich eine Oystercard. Die Karte erhält man in allen U-Bahn-Stationen am Automaten oder Schalter. Oystern ist einfach. Wir haben für 5 Tage insg. 35 Pfund p.P. auf die Karte geladen. Die 7-day-Travelcard hätte £32.10 gekostet, dazu wären noch die beiden Fahrten nach Heathrow gekommen. Wir sind aber viel gelaufen und wenig gefahren. Wer mehr fährt, sollte sich auf die Oystercard eine 7-Day-Travelcard aufbuchen (lassen).

Britische Küche ist lecker! Ja, wirklich! Typische Pubgerichte wie Bangers & Mash (Bratwürste mit Kartoffelpüree) oder Fish & Chips sind äußerst schmackhaft. Auf Märkten wie dem Borough Market oder in Camden erhält man wunderbares Street Food, ein Trend, der bei uns gerade erst beginnt, und Sandwichketten wie Pret a Manger oder EAT bieten frische und auch gesunde Gerichte. Preislich hab ich's auch schlimmer in Erinnerung, wohl auch deshalb, weil die Restaurantpreise bei uns auch ganz schön angezogen haben. In Pubs oder Cafés erhält man Hauptgerichte ab etwa 7 oder 8 Pfund. Die Spareribs im Sticky Fingers kosteten 18,95 Pfund. Wir hatten aber einen 25% Voucher.