Einleitung


Im März 2010 waren wir für ca. 2 Wochen in Manila und auf Bohol. Was wir dort erlebt haben, könnt ihr in diesem kurzen Reisebericht nachlesen.

Weitere Fotos findet ihr in unserem Fotoalbum Philippinen

Ein Tag in Manila


Am 7. März 2010 treffen einander Clouchen und ich in den Morgenstunden am Flughafen von Bangkok. Clouchen hat gerade ihren Gulf Air - Flug hinter sich gebracht, ich hab mich schon zwei Tage lang in Ayutthaya aklimatisiert. Gemeinsam brechen wir nach Manila auf, wo wir im gigantischen Sofitel Philippine Plaza einchecken. Für relativ wenig Geld erhalten wir ein Upgrade auf eine Corner Suite, die um einiges größer ist, als meine eigene Wohnung.

Den Abend verbringen wir im Hotel. Morgens erleben wir das größte Frühstücksbuffet, das wir je gesehen haben. Danach werden wir zu unserer vorab gebuchten Tagestour abgeholt.

Sofitel Philippine Plaza


Wir sind ja keine Freunde von geführten Stadttouren, aber von Manila hatte ich so einiges gehört und gelesen. U.a. auch einige eindringliche Sicherheitshinweise im Reiseführer. Also organisierten wir vorab über einen Deutschen, der in Manila lebt, eine Tour, und die war ihr Geld durchaus wert. Vor allem hatten wir keine Sicherheitsprobleme und mussten uns keine Gedanken machen, wie man in der weitläufigen Stadt am besten von A nach B kommt.

Begonnen haben wir beim Rizal Park mit dem Chinesischen Garten und dem nahen Nationalmuseum.

Nächster Programmpunkt war Fort Santiago im Stadtteil Intramurous. Das  spiegelt die bewegte Geschichte der Philippinen sehr gut wider. Es wurde im 16. Jhdt. von den spanischen Eroberern gegründet, um sich bei den häufigen Angriffen der muslimischen Guerillias zurückziehen zu können. 1574 wurde es von 3000 chinesischen Piraten eingenommen, später wieder von den Spaniern zurückerobert. Hier befindet sich auch das Gefängnis, in dem der philippinische Nationalheld Jose Rizal von den Spaniern gefangen gehalten und 1896 hingerichtet wurde. Im 2. Weltkrieg wurde das Fort von den Japanern belagert und 1945 in der Schlacht um Manila fast vollständig zerstört. Nach dem Kriegsende diente es den amerikanischen "Befreiern" als Depot.

Mittagspause hielten wir in der Nähe der Manila Metropolitan Cathedral in einem philippinischen Fastfood-Laden. Das Essen sah sehr lecker aus. Aber bedingt durch Hitze und dem ausladenden Frühstücksbuffet war leider noch kein Platz im Mägelchen.

Im Rizal Park von Manila


Am Nachmittag nach der Pause gingen wir ins St. Agustin Museum und  in die Kathedrale. St. Agustin ist die älteste Kirche der Philippinen (um 1580). Sie liegt im Stadtteil Intramuros und ist im spanischen Stil erbaut, wie unschwer zu erkennen ist. Irgendwie hab ich mich den ganzen Tag wie in einer südamerikanischen Großstadt gefühlt. So stell ich mir Bogota oder Lima vor, wobei ich sagen muss, dass ich noch nie in Südamerika war.

Sagen wir mal, Manila ist eine interessante Weiterentwicklung meines persönlichen Asien-Bildes. An die Kirche angeschlossen ist ein Museum, in dem man allerhand katholisch-klerikalen Tand besichtigen kann.

Ein besonderes Erlebnis ist der chinesische Friedhof, der auf uns wie eine Geisterstadt gewirkt hat. Die Gräber sind hier großteils richtige Häuser, und es gibt unzählige davon. Entstanden ist der Friedhof in einer Zeit, in der die Spanier den Andersgläubigen nicht erlaubt haben, ihre Toten auf den normalen Friedhöfen zu bestatten.


Manila Metropolitan Cathedral-Basilica


Bei der Fahrt vom Flughafen zum Hotel haben wir eine ganze Reihe von Seafood-Lokalen gesehen. Dort waren wir heute abends. Auf der linken Seite sind Marktstände mit Fischen und Schalentieren, rechts sind die Restaurants. Man kann sich vor Angeboten kaum ewrwehren: "Come to my restaurant. Special price. Give you discount,..."

Wir haben uns dann dafür entschieden, die Crab die der junge Mann in der rechten Hand hält, von ihrem freudlosen Leben zu erlösen.

Wer die Wahl hat...


Diese Sorte Krabben hab ich schon in Singapore gesehen, dort hab ich mich allerdings nicht getraut, ist ja doch recht groß das Ding (über 1 kg). Dazu gibt's ein paar gegrillte King Prawns, als Beilage Broccoli in Austernsauce und Reis und natürlich eiskaltes San Miguel Bier.

Chillicrab und gegrillte Garnelen



Am nächsten Tag fahren wir zum Flughafen und nehmen eine der gelbbunten Maschinen von Cebu Pacific Airlines, die uns nach Bohol bringt.

Als der Flieger auf dem kleinen Flughafen landet und ausrollt, lacht mich ein etwa 5-jähriges Mädchen an, das in der Reihe hinter mir sitzt. "Welcome to Philippines" strahlt die Kleine.

Wir nehmen ein Taxi ins Amorita Resort auf Panglao, ein kleines Inselchen, das mit Bohol - der neuntgrößten Insel der Philippinen - durch zwei Brücken verbunden ist.

Ein A319 von Cebu Pacific


Ein erster Blick vom Amorita Resort über den Alona Beach. Der Strand und die Hotelumgebung sind genau nach unserem Geschmack. Ca. 30 Restaurants und Bars an denen abends die frischen Fische und Schalentiere auf Eis präsentiert werden, ein Supermarkt und sonst nix.

Unter den Palmen sind die "Hotels", also eher kleinere Bungalowanlagen. Der Strand selbst ist feinsandig und wenn nicht weiß, dann zumindest sehr hell. Der dunklere Teil im Wasser ist Seegras, da verstecken sich angeblich gerne die Seeigel. Zum Schwimmen ist's also nicht so ganz geeignet. Wenn man schnorcheln will, dann lässt man sich einfach mit einem Boot ca. 100 m bis zur Riffkante bringen.

Alona Beach auf Panglao. Weitere Bilder im Fotoalbum Philippinen.

Mit Ralle on Tour


Unsere Bohol-Tagestour mit Ralf ( "Ralle on Tour" ) führte uns vom Hotel über Bohols Hauptstadt Taglibaran direkt in die Chocolate Hills. Unterwegs baten wir Ralf einige Male für Fotos stehen zu bleiben. Bohol ist eine sehr grüne und landschaftlich schöne Insel. Viele Menschen sind grade mit der Reisernte beschäftigt.

Reisernte


Die Chocolate Hills sind eine Kuriosität. Insgesamt gehören zu der Formation 1268 nahezu perfekt halbkugel- oder kegelförmig gestaltete Hügel von etwa gleicher Höhe und Abmessung, die sich über ein Gebiet von mehr als 50 km² verteilen. Sie alle sind lediglich mit grünem Gras bewachsen, das sich während der Trockenperiode braun verfärbt und den Hügeln ihren Namen verleiht.

Chocolate Hills


Wir fuhren zuerst zwischen ein paar dieser Hügel durch, faszinierend wenn man sowas zum ersten Mal sieht, dann weiter zu einem Aussichtspunkt, von dem man auch auf die Nachbarinsel Cebu sehen konnte.


Von den Chocolate Hills fuhren wir zu einer Schmetterlingsfarm in einem schön angelegten Garten. Dann ging es weiter zum Loboc River, wo wir eine kleine private Tour unternahmen. Danach fuhren wir zur Tarsier Station weiter.

Private Bootstour am Loboc River


Tarsier oder Koboldmakis sind Primaten. Es sind kleine, nachtaktive, baumbewohnende Tiere, die nur auf wenigen SO-Asiatischen Inseln verbreitet sind. Kennzeichen sind die stark vergrößerten Augen, der sehr bewegliche Hals und die verlängerten Hinterbeine, mit denen sie weite Sprünge durchführen können.Die Tiere sind etwa 15 cm groß. Unglaublich. Wie Wesen von einem anderen Stern.


Am Ende waren wir noch in einem neu gebauten Hotel auf einer Anhöhe, wo man einen fantastischen Ausblick hatte. Die Insel im Vordergrund ist Panglao, dahinter die Hauptstadt von Bohol, Tagbilaran. Auch die Landebahn des Flughafens kann man gut erkennen. Ganz im Hintergrund sieht man die Nachbarinsel Cebu.

Rollertour auf Panglao und Bohol


So, hier noch ein paar Eindrücke von unserer Rollertour. Gemietet haben wir übrigens bei "Island Rentals". Betrieben wird der Laden von einem US-Amerikaner, der erst seit einem Jahr auf Panglao lebt. Er hat im Moment ca. ein Dutzend Bikes. Wir hatten das Vergnügen zwei brandneue Yamaha Nouvo zu kriegen. Die hat er gestern erst vom Händler geholt. Die Dinger hatte ich ja auch schon in Vietnam und Thailand. Sie sind easy zu fahren, haben genügend Power und einen großen Stauraum unter der Sitzbank.


Den Supermarkt im ICM fand ich am interessantesten. Wenn man aufmerksam durch einen Supermarkt in einem fremden Land geht, kann man viel sehen und erfahren. Sehr erstaunt hat mich, dass plötzlich aus den Lautsprechern Gebete erschallten, worauf alle verharrten. Keiner hat mehr gewogen, geschlichtet, gekauft. Alles stand still. Am Ende hat man sich noch bekreuzigt und dann ging's munter weiter.

Manchmal frag ich mich, was passiert wäre, wenn Magellan sich damals verfahren hätte, oder er wäre auf chinesiche Piraten getroffen oder in einem Taifun abgesoffen. Vielleicht wären das dann hier richtige Asiaten.

Auch eine Tropfsteinhöhle mit großer Fledermauspopulation und einige der anderen Strände Panglaos haben wir erkundet.

Dolphin watching / Snorkelling


Einen Schnorchelausflug haben wir auch gemacht, angeboten werden diese Touren in den Tauchbasen am Alona Beach. Um 5 Uhr sind wir aufgestanden, um 5:30 Uhr war Treffpunkt am Strand. Da sind wir auf unsere Nussschale und der aufgehenden Sonne entgegen in das Gebiet, wo man die Delphine antreffen kann. Mit uns ca. 10 - 12 andere Boote. Immer wenn ein Bootsführer einen Delphin gesehen hat, ist er vollgas drauf zu, alle anderen hinterher.

Gesamte Ausbeute: Ich hab einen einzigen Delphin gesehen. Das ganze ist eher Dolphin Hunting als Watching  Fazit: Kann man machen, muss man aber nicht.



Danach sind wir nach Balicasag gefahren. Da unsere Mägen schon ziemlich geknurrt haben, wollten wir zuerst frühstücken. Der Bootsführer hat gefragt: "Resort or Philippine Breakfast!". Wir haben uns für die einheimische Variante entschieden und haben's nicht bereut. Es gab gebratenes Fischfilet, Reis, Spiegelei, Gemüse und Nescafe. War total lecker. Danach hat uns ein Guide mit einer noch viel kleineren Nussschale an die Riffkante gefahren und wir haben geschnorchelt. Die Unterwasserwelt dort ist großartig, was die Vielfalt und auch die Menge der Fische und Korallen betrifft. Total klasse.


Die Insel selbst ist eher unscheinbar. Nicht zu vergleichen mit der Schönheit anderer Schnorchelgebiete, die ich kenne - wie die Similan Islands oder der Ang Thong Marine Nationalpark. Also zum Plantschen braucht man dort nicht hinfahren. Zum Schnorcheln oder Tauchen schon.

Netter Ausblick beim Frühstück auf der kleinen Insel Balicasag


Das waren schöne und entspannende Tage auf den Philippinen. Gesehen haben wir trotzdem einiges. Und vielleicht kommen wir wieder, es gibt ja noch über 7.000 andere Inseln.

Die Philippinen empfanden wir als "Asien light", irgendwie war's "unasiatisch", fast karibisch. Die strenggläubigen, katholischen Menschen, die Reggae-Musik in den Strandlokalen, der Tanduay-Rum, die bunten Jeepneys,...

Über Manila geht es jetzt nach Bangkok, für ein paar letzte Tage in der thailändischen Metropole.

Mehr Fotos gibt's im Fotoalbum Philippinen!

Unterhaltungsprogramm in der Abflughalle am Flughafen Tagbilaran