Kurze Indienrundreise ab Delhi

Einleitung


Um herauszufinden, ob Indien für uns als künftiges Reiseland infrage kommt, buchen wir unseren Asien-Flug via Delhi und unternehmen eine 5-tägige Schnupperreise im berühmten indischen Goldenen Dreieck (Delhi - Agra - Jaipur).

Ein Anbieter ist via Internet schnell gefunden, die Planung verläuft unproblematisch, wir wählen einen ungefähren Tourverlauf und unsere Hotels, bezahlt wird erst vor Ort. Und tatsächlich funktioniert alles, am Flughafen in Delhi werden wir von unserem Fahrer schon erwartet.

Mehr Fotos als hier im Reisebericht gibt's in unserem Fotoalbum Nordindien.

 

Tag 1


"Bright things in India are very bright, dark things are very dark".
Diese Aussage stammt von unserem heutigen Reiseleiter Jimmy. Er wird uns heute die Kontraste seiner Heimatstadt zeigen.

Gerade eben waren wir noch kurz im Hotel, haben geduscht und gefrühstückt. Es gab ein vegetarisches Curry, einen Gemüsereis, O-Saft, Toastbrot und Tee. Dann geht's los. Jimmy sammeln wir auf dem Weg zum India Gate auf. Er ist etwa Mitte 50, sehr gebildet und spricht auch gutes Englisch. Seit 18 Jahren ist er im Tourismus tätig, deshalb ist er auch mit westlichen Sichtweisen vertraut und es gibt wahrscheinlich keine blöde Frage, die er von Touristen noch nicht gehört hat.

India Gate ist ein 42 Meter hoher Triumphbogen im Stil des berühmten Pariser Arc de Triomphe. Er erinnert an die 90.000 indischen und britischen Opfer, die im 1. Weltkrieg für Britisch-Indien ihr Leben ließen. Alle ihre Namen sind in den Stein eingraviert.

Danach folgen weitere Besichtigunen:

Die Residenz des Indischen Präsidenten, Rashtrapathi Bhavan, die vom India Gate bereits zu sehen ist. New Delhi wurde ja sehr großzügig, mit langen Sichtachsen konzipiert.

Das Mausoleum (bzw. besser die Verbrennungsstätte) von Mahatma Gandhi

Humanyun's Tomb, die Grabstätte des Mughalherrschers Humanyun, die allgemein als Vorbild für den Taj Mahal gilt.

 


Und schließlich das für mich persönliche Highlight: Eine Fahrt durch Old Delhi mit einer Fahrradrikscha. "Rich people in India are very rich. Poor people in India are very poor." Aber es entsteht nicht der Eindruck von Hilflosigkeit oder Verzweiflung. Die Menschen hier haben wie es mir scheint ihre Würde nicht verloren. Jeder hier tut etwas, um sein Auskommen zu finden. Es wird verkauft, repariert, gewerkt. Dazwischen Kühe, Ziegen, Affen und Ratten. Wir werden auch immer wieder ermutigt, zu fotografieren. Den Obststand, den Barbershop, die Kinder.


Ein weiteres Highlight sollte der Besuch eines Kashmir-Ladens werden, zumindest für Jimmy, der sicher eine fette Provision gekriegt hätte, wenn wir in feinste Wollschals gehüllt und mit Teppichen unterm Arm aus dem Laden gekommen wären. Aber selbst in Indien kostet ein echter Kashmirschal 100 Euro oder mehr. Einen Wollschal für 25 Euro kauf ich trotzdem, Startpreis war 75 Euro.

Gegen Ende der Tour sind wir schon etwas erledigt. Der Schlafmangel fordert seinen Tribut. Da wir um 15 Uhr Lunch gegessen haben, ein hervorragendes Essen aus verschiedensten Speisen um teure 600 Rupien, beschließen wir, nach dem Tourende den Abend am Zimmer zu verbringen. Wir besorgen noch das Mückenmittel Odomos und ein paar Dosen Cola Light und entlassen Jimmy aus seiner Pflicht.

Eine kleine Anekdote zur indischen Mentalität: Wir stehen vor dem Hotel. Bei einer letzten Zigarette bevor wir auf's Zimmer gehen, fragt uns einer, ob denn alles passt und deutet auf's Hotel. Ja, eh ok, danke! Ob wir noch was brauchen, ein Bierchen vielleicht?! Oh, gerne, das wäre nett. Er fragt nach der Zimmernummer, begleitet uns nach oben, geht mit uns ins Zimmer. Ja, der steht tatsächlich mitten im Raum und erklärt, dass er 300 Rupien bräuchte, dann würde er uns zwei Bierchen besorgen. Das Geld wechselt den Besitzer und nach 20 Minuten kommt er - das Geld hab ich schon abgeschrieben - wirklich mit zwei Dosen kaltem Bier wieder. Sehr geschickt, anfangs dachte ich, der sei ein Hotelmitarbeiter. Tatsächlich war er wohl nur ein Passant, der sich nur eben mal schnell was dazuverdient hat.

Tag 2


Nach dem Frühstück geht's im Stau nach Agra. Unser Fahrer hat die Nacht in der Hotellobby am Sofa verbracht und ist genau so fit wie wir. Und das ist auch wichtig, denn der Straßenverkehr hier hat's in sich. Unglaublicher Weise werden wird in den nächsten vier Tagen keinen einzigen Verkehrsunfall, auch keine Fastkollision sehen. Und ich hab genügend Zeit auf der Rückbank unseres Tata darüber nachzudenken, warum das so ist. Ich glaube, das Geheimnis ist, dass hier eine unglaubliche Rücksichtnahme herrscht. Wenn einer die Spur wechselt, dann wird das schon einen Grund haben. Deswegen wird keiner aggressiv, ich hab niemanden über einen anderen Verkehrsteilnehmer schimpfen gesehen, oder dass einer Gas gibt, um einem anderen eine Lücke zuzumachen. Was man hier absolut nicht sieht, sind hektische Richtungs- oder Geschwindigkeitsänderungen. So lange es irgendwie möglich ist, bewegen sich alle. Langsam, aber sicher. Panta rhei, alles fließt. Dieser Ausspruch wird einem griechischen Philosophen unterstellt, ich hätt's eher einem indischen Verkehrsexperten zugeschrieben.

Auf der Fahrt nach Agra gelangen wir anfangs kaum in ländliches Gebiet. Eine Stadt geht fließend in die nächste über. Und auf dem National Highway Nr. 2 ist tatsächlich die Hölle los: Pferdefuhrwerke, Ochsen- und Kamelkarren, Tatas und Audi Q7, Tuk-Tuks, hochbeladene Lastwagen, Motorräder und Roller teilen sich das Asphaltband. Und am Mittelstreifen grasen Kühe.

"Here is big temple, you can make photo", weist uns der Driver auf die Attraktion am Straßenrand hin. Wenn der wüsste, dass das Gewusel links und rechts der Straße für uns Attraktion genug ist. Frauen, die schwere Lasten auf dem Kopf balancierend zum Markt gehen, die Menschen in ihren bunten Gewändern, das Tuk-Tuk mit den 150 Hühnern an Bord, die Vespa, die gerade am Straßenrand ausbrennt.




Auf der Fahrt dann kurz vor Agra noch ein Stopp, und zwar am Akbar's Tomb, dem Mausoleum von Agbar dem Großen.


"First lunch oder first hotel?", fragt uns der Driver mitten im Verkehrsgewühl von Agra. Die Aussicht auf eine Dusche ist verlockend, aber wenn ein indisches Curry und ein kaltes Bier lockt, dann kann die Körperpflege warten. Es geht wie gestern in eines der gehobeneren Restaurants, offensichtlich eine Vorgabe des Veranstalters. Der Laden ist besser auf die Bedürfnisse und Mägen der verweichlichten westlichen Touristen zugeschnitten. Das Essen ist reichlich und lecker, wir müssen jedoch eine scharfe Sauce bestellen, hier kocht man eindeutig zu mild. Wie denn die Sauce heißt, wollen wir wissen. "Hot sauce", kriegen wir zur Antwort. Aha!


Nach einer kurzen Ruhepause sind wir schon wieder auf Achse. Wir nehmen einen lokalen Guide an Bord und besuchen auf unseren Wunsch zuerst Agra Fort. Diese Befestigungs- und Palastanlage diente im 16. u. 17. Jhdt. den Mogulkaisern als Residenz. Akbar der Große errichtete sie überwiegend aus rotem Sandstein. Shah Jahan (gesprochen Schaschahan), der Erbauer des Taj Mahal erweiterte die Anlage mit weißem Marmor. Shah Jahan verbrachte hier auch seine letzten Lebensjahre, er wurde von seinem Sohn und Nachfolger wegen seiner Verschwendungssucht entmachtet und arrestiert. Zumindest konnte er an seinem Lebensabend die Aussicht auf den Taj Mahal, das Grabmal seiner Lieblingsfrau, genießen. So wie wir jetzt.


Und dann - endlich - geht's zum Taj Mahal. Oft ist es ja so, dass eine soganannte Sehenswürdigkeit, wenn man dann davor steht, nicht halten kann, was einem zuvor versprochen wurde, oder was man sich erwartet. Aber hier geht's nicht um Manneken Pis oder die Mona Lisa. Auf den Taj Mahal trifft das nicht zu.
Jeder Versuch, die Vollkommenheit und Erhabenheit dieses Gebäudes zu beschreiben oder auf Fotografien festzuhalten, ist zum Scheitern verurteilt.Es scheint, als würde Mumtaz Mahals Grabmal sämtliche Schönheit im Umkreis mehrer Kilometer aufsaugen und auf sich konzentrieren. Und da sind auch wieder die für Indien typischen Kontraste: Die riesige Weite der Gartenanlage steht in geradezu groteskem Widerspruch zu dicht aneinander geduckten Häusern vor der Palastmauer. Und der weiße Marmor des Taj kontrastiert mit dem bunten Chaos außerhalb. "Bright things in India are very bright", fällt mir Jimmy wieder ein.

Bemüht haben sich einige, diesen Anblick in Worte zu fassen. Irgendjemand hat mal gesagt, der Taj Mahal sei ein lebendig gewordenes Gemälde. Der Dichter Rabindranath Thakur meinte: "Der Taj Mahal erhebt sich über dem Flussufer wie eine einsame Träne an der Wange der Zeit." Und Bill Clinton beschrieb es in seinen Memoiren als "...das vielleicht schönste Bauwerk der Welt. Ich hasste es, diesen Ort verlassen zu müssen".
Apropos "verlassen": Rashim, unser Guide, erzählte uns, dass es wegen des Clinton-Besuchs eine polizeiliche Anordnung gab, die Häuser nicht zu verlassen. Was sich Clinton wohl gedacht hat, als er durch menschenleere Straßen gefahren wurde?! Mich bestärkt diese Anekdote darin, dass unsere Politiker in einer Scheinwelt leben, und gar nicht wissen, wie die Realität aussieht.

Und die Realität holt auch uns rasch wieder ein, als wir von Rashim in eine Werkstätte gebracht wurden. Hier werden Halbedelsteine in Marmor eingelegt, mit den selben Werkzeugen wie zu Zeiten der Errichtung des Taj Mahals. Das ist interessant, aber eine Marmor-Tischplatte mit indischen Ornamenten passt weder in meine Wohnung noch in mein Budget. Ich erkläre dem Verkäufer, dass - so sehr ich die Arbeit der Kunsthandwerker respektiere - ein Kauf für mich nicht infrage kommt. Aber natürlich ist man auch hier flexibel, für weniger Betuchte gibt's indische Tücher, Schals, Holzschnitzereien, T-Shirts, usw. Wir erwerben ein paar Schals und zwei Ganesh-Statuen aus Marmor. Eine Ganesh-Figur wollte ich schon länger haben, die Gottheit mit dem Elefantenkopf steht für Intelligenz und Weisheit und wird angebetet, wenn man Glück für eine Unternehmung oder einen Weg braucht. Er ist somit auch der Gott der Reisenden. Außerdem isst er gerne und mag vor allem Süßigkeiten. 

 Zurück am Hotel verabschieden wir uns von Rashim und vereinbaren mit dem Fahrer einen morgendlichen Besuch des Taj Mahal. Ich frag ganz vorsichtig, aber für ihn ist es kein Problem uns im Morgengrauen in den Park am anderen Ufer des Yamuna River zu fahren.

Tag 3


Um 5 Uhr früh leutet der Wecker und kurze Zeit später sitzen wir tatsächlich im Auto und fahren durch das erwachende Agra. Vor den Häusern sitzen vereinzelt Menschen beim Zähneputzen. Einzig Affen und Hunde sind schon in großer Zahl wach und bevölkern die Straßen. Zum eigentlichen Sonnenaufgang kommen wir zu spät, weil vor uns ein LKW in einer engen Gasse minutenlang rangieren muss um die Kurve zu kriegen. Da jedoch Wolken am Horizont sind, versäumen wir nicht viel. Als die Sonne diese Wolken durchbricht, sehen wir den Tempel der Liebe im zarten Morgenlicht.


Danach geht's zum Frühstück und weiter nach Jaipur. Unser Fahrer ist gut gelaunt, denn Jaipur ist seine Heimatstadt und er hat erst vor einer Woche geheiratet. Die Tour mit uns ist sein erster Auftrag nach der Hochzeit. Die Fahrt ist sehr angenehm, es ist kaum Verkehr. Wir machen einen Zwischenstopp in Fatehpur Sikri. Die ehemalige Hauptstadt des Mogulreiches wurde von Akbar dem Großen erbaut, ist Unesco Weltkulturerbe, und befindet sich dank britischer Denkmalpflege in ausgezeichnetem Zustand.


Apropos Briten: Wie denn das Volk zur ehemaligen Kolonialmacht steht, wollte ich von Jimmy in Delhi wissen. Er meinte: "Nicht so gut, die haben viel schlechtes angestellt in Indien. Andererseits meinen viele, dass Indien jetzt eine Weltmacht wäre, wenn die Briten geblieben wären. Organisieren können sie einfach besser und sie hätten viele Probleme in den Griff bekommen." Jedes Ding hat zwei Seiten.

Einen weiteren Stop machten wir im Barathpur Bird Sanctuary, einem Naturreservat. Wir wurden zwei Stunden mit einer Fahrradrikscha durch einen Teil des Parks gefahren, sahen verschiedenste Vögel, einen Waran, irgendwelche Hörnertiere, Hyänen und Affen. Während der Tour erklärten uns Guide und Rikschafahrer auch, wie arm das Reservat ist, wie schlimm es ist, dass i.d. Regenzeit so wenige Leute kommen und natürlich auch wie arm sie selbst sind, und wie viele Kinder sie haben, usw. Das sind die Momente wo Indien richtig nervt.

Ein Highlight haben wir allerdings für heute noch. Wir bitten unseren Fahrer, zum Affentempel Galwar Bagh zu fahren.

Spätnachmittags kommen wir im Hotel an. Heute gibt's kein Programm mehr. Wir können den Dachpool des schönen, stylishen Fern Ecohotels genießen und morgens geht's dann in die "Pink City" Jaipur.

 

Tag 4


Um 8 Uhr geht's los, den Guide lesen wir wie gewohnt unterwegs auf. Bei seiner Vorstellung gibt er uns zu verstehen, dass er einen etwas anderen Stil als die meisten Guides hat. Man darf gespannt sein.

Zuerst halten wir am Central Museum, dessen Vorplatz von zahllosen Tauben bevölkert wird. Ein Dejavu ereilt mich, dieses Gebäude mit den Tauben hab ich schon mal irgendwo gesehen, wahrscheinlich in einer TV-Doku. "Feeding the pigeons brings good karma", meint der Guide. Bei uns wäre es wegen akuter Gesundheitsgefährdung und aus Gründen des Denkmalschutzes verboten, die Viecher anzulocken.


Dann geht's zum etwas außerhalb gelegenen Amber Fort, dem riesigen Königspalast der Kachchwaha-Dynastie, die von hier aus herrschte, bevor sie ihren Sitz nach Jaipur verlegte. Wir haben die Wahl, die letzten paar hundert Meter mit dem Jeep oder auf einem Elefantenrücken zum Fort zu gelangen. Wir wählen das Rüsseltier und reihen uns in die lange Warteschlange der Reitwilligen.

Ein Verkäufer will mir einen schicken, perlenbestickten Turban andrehen, sein Startpreis liegt bei 1.000 Rupien. Ich signalisiere völliges Desinteresse, der Verkäufer glaubt jedoch, dies wäre meine Verhandlungsstrategie. Und prinzipiell wäre das eine gute Taktik, denn in den nächsten 5 Minuten hab ich ihn auf 200 Rupien runtergehandelt, ohne auch nur ein Wort zu sagen. Ich will das Ding jedoch wirklich nicht. Eine Touristin kommt vorbei und zeigt auf den Turban. "Oh, nice! How much?". "1.000, Madame!", gibt der Kopfschmuckdealer den Startpreis bekannt. Das Spiel beginnt von neuem und ich hab meine Ruhe.

Der Elefantenritt ist nur halb so bequem, wie man meinen könnte. Das Gestell auf dem wir sitzen schaukelt in alle Richtungen und man muss aufpassen, dass man sich nicht die Füße einquetscht, wenn das Tier knapp an der Mauer entlangläuft. Oben erwartet uns der Guide und fragt erwartungsvoll: "How was the ride?". "Thank you. Next time I take the jeep!"

Amber Fort ist eine prächtige Anlage von beachtlicher Größe, eine mehr auf unserer Tour. Schön ist auch der Ausblick aufs Umland.





Am Rückweg nach Jaipur machen wir in einer Werkstätte halt, wo im Blockprint-Verfahren Textilien bedruckt werden. Das ist eine ganz alte, traditionelle Technik und eine Spezialität aus der Gegend von Jaipur. Wie nicht anders zu erwarten, endet die Vorführung in einem Verkaufsraum. Wir kaufen zwei billige Schals und sind in 10 Minuten draussen. Der 'andere Führungsstil' unseres heutigen Guides bezieht sich also nicht darauf, dass er aus der Tour keine Butterfahrt machen möchte. Draußen erklären wir dem Herrn, dass wir weder Schmuck noch Schnitzereien noch Töpferwaren kaufen wollen.

Danach halten wir am Wasserpalast Jai Mahal, der nur in der Regenzeit in Mitten eines Sees steht. Das Gebäude soll demnächst in ein luxuriöses Hotel und ein Museum umgebaut werden.


Wieder in der Pink City angelangt, werden wir durch das Palastmuseum geführt. Hierher also sind die Maharadschas übersiedelt, als sie das Amber Fort aufgegeben haben. Es gibt einige Gemälde, Fotos von Empfängen mit den britischen Kolionalherren und Bekleidung aus alten Zeiten zu sehen. In den Räumlichkeiten darf leider nicht fotografiert werden.

Danach machen wir noch einen Abstecher zu Jantar Mantar, einer Anlage mit 18 überdimensionalen astronomischen Instrumenten. Mit ihnen lassen sich die Position und Bewegung von Sternen und Planeten bestimmen, die Zeit ablesen und sogar Voraussagen über die Intensität des Monsuns treffen. Und viele Daten die Jantar Mantar liefern kann, waren vor allem für die Erstellung von Horoskopen extrem wichtig.

Dann verabschiedet sich unser Guide, obwohl es erst ca. 15 Uhr ist. Wir sind aber gar nicht böse. Die letzten Tage waren anstrengend. Wir entscheiden uns, ein frühes Abendessen einzunehmen und wählen das vegetarische Restaurant LMB, das in unserem Reiseführer lobend erwähnt ist. Es ist von allen Restaurants, die wir besucht haben, das billigste.

Nach dem hervorragenden Essen lassen wir uns zum Hotel bringen. Unser Driver erhält so etwas mehr Zeit, um sie bei seiner Familie zu verbringen und wir können am Dachpool des Hotels relaxen.

Tag 5


Um 12 Uhr starten wir Richtung Delhi. Fünf Stunden Fahrt auf überfüllten Straßen warten auf uns und vor allem auf den Fahrer. Ich freu mich schon auf zwei Tage in Ayutthaya, in einer Umgebung, die ich kenne, wo man nicht ständig penetrant angequatscht wird, und wo man bedenkenlos jedes Streetfood essen kann.

Aber alles in allem waren diese fünf Tage in Indien eine sehr schöne Erfahrung. Die Organisation von Colourful India hat perfekt geklappt, die Guides waren bis auf ihre verkaufsfördernden Maßnahmen völlig korrekt und engagiert, die Besichtigungen waren interessant, die Hotels gut, das Fern Hotel in Jaipur sogar sehr gut. Und ich bin vor dem Taj Mahal gestanden, alleine dafür hat sich's gelohnt. Die Erinnerung an diesen Anblick trage ich für immer mit mir.

In Delhi haben wir noch einen Sonderwunsch, wir wollen zum Hard Rock Cafe, T-Shirts kaufen. Ich hab mir das auf Google Maps angesehen, der Shopping Mall, in dem der Laden sich befindet, ist ganz in der Nähe vom Flughafen. Glaube ich. Tatsächlich fahren wir von der Autobahn und unser Driver braucht eine gute Stunde bis zum Hardrock Cafe, und nicht etwa, weil er sich verfahren hat, ich hab am Handy-GPS mitgeschaut. Mir wird klar, wie unglaublich groß diese Stadt ist.

Wir werden am Airport abgesetzt und verabschieden uns von unserem Driver, der jetzt noch nach Jaipur zurückfahren wird. Nochmals 5 Stunden, diesmal im dunkeln. So einen Job würde bei uns keiner machen.


Die Reise führt uns jetzt via Bangkok nach Ayutthaya und weiter nach Myanmar, wo wir zwei Wochen durchs Land reisen werden.