Einleitung

Pension Casale Le Masse

Gesucht haben wir eine Mischung aus Erholung, Erkundung der Umgebung und kulinarischen Wonnen. Im Hochsommer! Ferienzeit! Möglichst ohne Kinder! Also, ab in die Toskana. 

Als Stützpunkt haben wir die Pension Casale Le Masse (casalelemasse.it) in Greve in Chianti gewählt, das direkt an der reizvollen Via Chiantigiana (SR222) liegt. Das kleine B&B hat nur fünf gemütliche Zimmer und einen Swimmingpool mit Blick über Weinberge und Olivenhaine. Besonders am Vormittag waren wir dort oft ganz alleine.

Greve in Chianti

Pool mit Aussicht

Umgebung unseres Quartiers

Abendliches Farbenspiel

Siena

Piazza del Campo

Das Besichtigungsprogramm haben wir bewusst eher kurz gehalten. Erstens war unser Ausflug in die Toskana der Erholung gewidmet, zweitens war es sehr heiß und drittens waren die touristischen Hotspots der Region hoffnungslos überlaufen. Unser erster Trip führte nach Siena. Wir haben einen Gratisparkplatz an der Viale Don Giovanni Minzoni gefunden. Von dort spazierten wir in gemütlichen 10 Minuten ins Zentrum.

Besuch bei Dario Cecchini

Meister Cecchini

Ein kulinarisches Highlight war das Abendessen in der Officina della Bistecca in Panzano. Dario Cecchini ist Fleischermeister in achter Generation, Meister seines Handwerks, "Gott des Bistecca", bekannt aus Funk und Fernsehen und ein Verrückter im besten Sinne.

Wir wollten eigentlich noch eine Runde durch Panzano drehen, aber aus Cecchinis Laden dröhnte "Hells Bells" von AC/DC. Also sind wir reingegangen, man drückte uns sofort ein Glas in die Hand und füllte es mit Rotwein. Und dann sind wir dort nicht mehr weggekommen.

Die Bewirtung selbst findet an einer langen Tafel statt, die Gäste waren zum Teil Ortsansässige, zum anderen Touristen aus aller Welt. Rund um das "Bistecca alle Fiorentina" gibt es ein sehr fleischlastiges Menü. Der Meister geht von Tisch zu Tisch, die Steaks werden mit großem Brimborium angekündigt und verteilt. Es gibt endlos Wein und am Ende Olivenölkuchen, Espresso und Grappa. Ich glaube, das nennt man Erlebnisgastronomie. Insgesamt haben wir drei Stunden lang gegessen.

Aber auch sonst hängt in der Toskana der Himmel voller Schinken. Selbst ein Supermarkt-Besuch ist ein kulinarisches Erlebnis.

Das Bistecca alla Fiorentina bei Dario

Ein Himmel voller Schinken

Abendessen

"Beute" aus dem Supermarkt

Auf dem Markt in Greve

San Gimignano

Der Torre Grossa

Ein anderer Ausflug führte uns nach San Gimignano. Da das Städtchen als recht überlaufen gilt, entspannten wir den Tag über am Swimmingpool und brachen erst am späteren Nachmittag auf. Im Musei Civici läuft gerade eine Ausstellung über Robert Capa. Der berühmte Kriegsfotograf und Mitgründer der Fotoagentur Magnum verbrachte zwei Jahre in Italien (1943-1944). Das Ticket war auch für den 54 Meter hohen Torre Grossa gültig.

Dann wurden wir hungrig! Wir beschlossen, nicht in San Gimignano zu essen, um nicht in eine überteuerte Touristenfalle zu tappen. Auf der Fahrt in Richtung Greve lockte uns ein Schild: "Trattoria della Fonte". Also runter von der Hauptstraße, und immer den Schildern nach.

Nach ungefähr vier Kilometer Schotterweg verlässt uns fast der Mut, aber letztlich kommen wir tatsächlich zur Trattoria, die zu einem feinen Tourismusbetrieb (Agriturismo Fonte di Medici) gehört. Die Preise sind gehoben, Service und Qualität allerdings auch. Und gemeinsam mit den Vorspeisen präsentiert man uns eine sensationelle Fototapete.

Florenz

Cattedrale di Santa Maria del Fiore

In Florenz waren wir natürlich auch, es ist ja nur 20 Kilometer Luftlinie, oder eine gute Fahrstunde entfernt. Ins Navi haben wir die Garage "Ponte Vecchio" als Ziel eingegeben, die Zufahrt war aber durch eine Baustelle blockiert. Also sind wir den Schildern nachgefahren und mitten in der Innenstadt gelandet, rechts die Uffizien, links die Ponte Vecchio. Einen Moment hab ich sogar überlegt, über die berühmte Brücke aus dem 14. Jahrhundert zu fahren. 

Die Parkgarage ist sauteuer (19 Euro für 2 Stunden). Aber wenn man davor steht, muss man sie auch nehmen, denn die Garagenbetreiber haben eine Vereinbarung mit der Stadt. Die Garage liegt in der "Zona a traffico limitato", und wenn man da durchfährt, kostet das 97 Euro.

Florenz könnte ganz schön sein, schließe ich aus dem was ich zwischen Touristen, Souvenirläden und Eissalons erspähe. Vielleicht kommen wir mal im November wieder, wenn es ruhiger ist und wenn man nicht 2 Stunden (!) anstehen muss, um in den Dom zu gelangen. Die beiden "Luftbilder" hab ich von der Piazzale Michelangelo aus gemacht.

Mein Fazit:

Gesucht wurde ein Ziel,

-) das mit dem Auto halbwegs vernünftig zu erreichen ist.
-) wo ich einen Pool habe, der nicht von Blagenhorden belagert wird.
-) wo es was Interessantes zu sehen gibt.
-) wo einigermaßen Wettersicherheit zu erwarten ist (Österreich fällt damit raus)
-) wo man gut essen und trinken kann.

Ziel gefunden! Schlusssatz: Die Toskana ist genial!