Einleitung

Im September 2015 sind wir zu einem zweiwöchigen Urlaub nach Thailand aufgebrochen. Die ersten sechs Tage haben wir in Bangkok verbracht, wo wir weitestgehend das Standard-Programm für "Ersttäter" absolviert haben. Danach sind wir nach Hua Hin gefahren um ein paar entspannte Tage am Meer zu verbringen.

Ich finde diese Kombination sehr empfehlenswert, wenn man die kleine Einschränkung beachtet, dass Hua Hin natürlich keine Bilderbuchstrände bietet, sondern mittlerweile zu einer recht großen Stadt angewachsen ist. Es gibt dort jedoch viele sehr gute Strandhotels, eine hervorragende touristische Infrastruktur und jede Menge Ausflugsziele. Dazu jedoch später mehr. 

 Vielleicht bietet dieser Reisebericht dem Einen oder Anderen gute Anregungen.

 

Ankunft in Bangkok

Auf dem Maenam Chao Phraya

Nachmittags kommen wir im Anantara Riverside an. Das Hotel liegt am Fluss, bietet ein Shuttle-Boot, das bis Mitternacht zwischen dem Central Pier (dem Abfahrtsort für den Skytrain und die Linienboote), dem Asiatique Market und dem Hotel verkehrt, und besticht durch eine schöne tropische Gartenanlage. Wir springen kurz in den Pool und machen uns danach auf, um Freunde zu treffen. Treffpunkt ist das Riverview Guesthouse, bzw. dessen Restaurant "River Vibe", wo man von der Dachterrasse einen hervorragenden Blick über den Fluss genießt. Das Dessert (kleine mit Mohn (!) gefüllte Bällchen in heißer Sojamilch) nehmen wir danach in Chinatown ein. Mit dem Tuk-Tuk geht es danach für 150 Baht zum Central Pier und mit dem Anantara-Boot retour ins Hotel. Taxi- oder Tuk-Tuk-Fahrern sage ich als Fahrziel "Saphan Taksin" (Taksinbrücke), das scheine ich so aussprechen zu können, dass ich verstanden werde.

Bangkok (Tag 2)

Der große Buddha vom Wat Intharavihan in Bangkok

Bangkok ist riesig und vor allem: Bangkok ist ein riesiger Zeitfresser. Jedes Mal nehme ich mir zu viel vor. Ich glaube, es gibt "unerledigte" Punkte, die ich seit meinem ersten Besuch vor 12 Jahren auf der Liste habe.

An unserem ersten vollen Tag in Bangkok fahren wir morgens mit dem Shuttleboot unseres Hotels (Anantara Riverside, ehem. Marriott) zum Central Pier, wo wir in eines der Expressboote umsteigen, das uns um 14 Baht zum Tha Tien Pier bringt. Wir besuchen Wat Phra Kaeo und den Amulettmarkt in der Phra Chan Alley. Dann gehen wir durch die Thammasat Universität zur Khao San Road, wo wir eine Trinkpause machen und uns so vor einem Platzregen in Sicherheit bringen. Das Zentrum der Backpacker, mit seinen Neppern, Schleppern, billigen Guesthouses und all dem Tourikram gehört schließlich auch zu Bangkok.

Danach gehen wir Chakrabongse Rd. in Richtung Norden und überqueren den Kanal. Würde man hier nach rechts gehen, gelänge man in etwa 15 Minuten Gehzeit zum Golden Mount und der Endstelle der Schnellboote am Kanal Saen Saeb. Diesen Teil der Stadtbesichtigung heben wir uns aber für morgen auf. Wir gehen weiter in Richtung Norden und gelangen zum Wat Intharavihan mit seinem großen stehenden Buddha (Foto siehe oben).

Danach wollen wir am Rama VIII Pier ein Expressboot nehmen um wieder zum Hotel zurück zu fahren. Dort warten wir eine Zeit lang, als jedoch auch das dritte Boot an uns vorüberfährt, begreifen wir, dass dieses Pier nicht bedient wird, was uns einen anstrengenden halbstündigen Fußmarsch zum Thewet Pier (Pier Nr.^15) beschert. So kann man auch Zeit in Bangkok vergeuden.

Wir haben im Hotel gerade noch genügend Zeit um zu duschen und uns für den Abend schick zu machen. Den Anfang machen wir in der Sirocco-Bar im State Tower, danach fahren wir mit dem Taxi zum genialen Saxophone Pub am Victory Monument. Das Essen dort ist sehr gut und die "JRP Little Big Band" fetzt mit Swingklassikern. Mit dem Skytrain schaffen wir es, gerade noch das letzte Anantara-Boot um Mitternacht zu erwischen.

Bangkok (Tag 3)

Wir fahren wieder mit dem Expressboot, steigen aber diesmal ein Pier früher aus und setzen unsere Besichtigungstour am Wat Pho fort. Für mich ist Wat Pho viel beeindruckender und schöner als Wat Phra Khaeow. Und man kann auch gelebten Buddhismus beobachten. An manchen Schreinen wird geopfert und gebetet, es gibt Wahrsager und die Massageschule. Und es gibt den großen, liegenden Buddha. So viele Touristen können den gar nicht umrunden, dass ihm das seine Erhabenheit nimmt.

Am Ausgang steigen wir in ein Taxi und fahren um 100 Baht (Fixpreis) zum Wat Traimit am Golden Mount. Beim Aufstieg schlagen wir die Glocken und von oben können wir uns gut orientieren. Weiter geht es mit einem Linienboot am Khlong Saen Saeb zum Jim Thompson House. Der Amerikaner hat in den 1960ern die Seidenproduktion und den Handel mit Seidenprodukten in Thailand revolutioniert und sich am Khlong Saen Saeb in der Nähe seiner muslimischen Arbeiter ein wunderschönes Anwesen geschaffen. Zu diesem Zweck ließ er in einem tropischen Garten sechs thailändische Teakhäuser aufstellen, die er (thai-untypisch) miteinander verbunden hat. Die Häuser können besichtigt werden. Sie beherbergen eine interessante Sammlung SO-asiatischer Kunstwerke.

Dann geht sich noch ein kurzer Einkaufsstopp im Kaufhaus MBK aus und schon ist es Zeit, ins Hotel zurückzukehren, um uns auf das Abendprogramm vorzubereiten.

Wir treffen uns mit Freunden auf dem Schiff des Yok-Yor-Restaurants. Das Schiff selbst hat keine Küche. Wir bestellen von der Restaurantkarte und als alles an Bord ist und der Tisch sich biegt, legt das Schiff ab und fährt am Maenam Chao Phraya durchs nächtlich glitzernde Bangkok. Nach dem Essen unterhalten die Panama-Boys (mein Freund Sanya und ich, beide mit Panamahüten) die Gäste der Schifffahrt mit Elvis-Songs. Wir erhalten sogar Applaus, so schlecht kann's also nicht gewesen sein.

Das Privatboot von Yok-Yor bringt uns nachher zum Mandarin Oriental, wo wir den Abend ausklingen lassen. Auch in der dortigen geschichtsträchtigen Bamboo-Bar machen sich Panamahüte sehr gut. Um zwei Uhr morgens kommen wir im Anantara an. Vergnügt, müde und demütig, weil uns bewusst wird, wie gut es uns geht.

Bangkok (Tag 4)

Heute machen wir die "Entdeckertour" von Green Mango. So gerne ich eigenständig durch Bangkok laufe, liebe ich diese Touren. Green Mango beschäftigt Thais mit sehr guten Deutschkenntnissen als Tourguides. Jahrelang war Green Mango diesbezüglich alleine am Markt, mittlerweile gibt es auch Nachahmer. Ich buche jedoch lieber beim Original und werde nie enttäuscht. In knapp acht Stunden hab ich wieder mal mehr gelernt, erfahren und entdeckt, als wenn ich eine Woche lang alleine durch Bangkok laufen würde. "Bangkok für Entdecker" ist ein hervorragender Name für diese Tour.

Damit ihr auch entdecken könnt, schreibe ich nichts über den Tourverlauf. Stattdessen ein paar Aufnahmen "Bangkok en detail".

Abends gehen wir auf dann noch auf den J.J. Green Market, einen der zahlreichen neuen und hippen Nachtmärkte, die vor allem von der Bangkoker Jugend geliebt werden. Dort gibt es viele Stände mit Kunsthandwerk und allerlei Kram, jede Menge Restaurants und Essensstände und auch Kneipen mit Livemusik.

Bangkok (Tag 5)

Asiatique - The Riverfront

Der Jatujak Weekend Market (auch J.J. Market) ist einer der größten Märkte der Welt. Es gibt hier Hausrat, Kunsthandwek, Antiquitäten (echt und fast echt), Kleidung, Schuhe, Wohnaccessoires, Haustiere und vieles mehr. Drei Stunden halten wir durch. Abends genießen wir noch das Barbeque Dinner Buffet im Anantara Riverside und danach fahren wir noch zum Asiatique Market. Dort gibt es eine Vielzahl origineller Läden, verschiedenste Vergnügungen (Riesenrad, 4D-Kino, dem Calypso-Cabaret, u.v.m.), sowie Restaurants und Bars. Das Asiatique ist natürlich kein Nachtmarkt im eigentlichen Sinn, sondern eine moderne Vergnügungs- und Einkaufsmeile, die jedoch bei jungen Thais und Touristen gleichermaßen Anklang findet.

 

 

Hua Hin

Die tolle Poolanlage des Hyatt Regency Hua Hin

Am nächsten Tag bringt uns ein Wagen von Ken Diamond Travel nach Hua Hin. Auch dort haben wir ein sehr schönes Hotel gewählt. Das Hyatt Regency liegt etwa drei Kilometer südlich des Stadtzentrums direkt am Meer. Die etwas abgeschiedene Lage ist für uns perfekt, da wir uns für die gesamte Zeit des Aufenthalts einen Roller mieten.  

Der Bahnhof ...

... Hua Hin gilt als ältester Bahnhof Thailands, und er gehört auch zu den schönsten des Königreichs. Er wurde während der Regierungszeit von König Rama VI gebaut. Da die königliche Familie eine Sommerresidenz in Hua Hin hat, gibt es auch ein königliches Wartehäuschen zu bestaunen.

Auf dem Bahnhof herrschte heute reger Betrieb. Ein Bummelzug stand zur Abfahrt bereit und ein Fernzug lief gerade ein.

Das Hua Hin Railway Hotel ...

Teatime

... wurde 1922 eröffnet und verströmt auch heute noch den Charme der alten Zeiten. Die Errichtung des Hotels steht in engem Zusammenhang mit der damals neuen Bahnstrecke von Bangkok nach Malaysia und begründete die Bedeutung Hua Hins als Seebad für die damalige Aristokratie und Prominenz.

Aktuell wird das Hotel von der Central Plaza Hotel Public Company betrieben und firmiert unter dem Namen Centara Grand Beach Resort Villas. Wir besuchen das Hotel zum sehr empfehlenswerten Afternoon Tea, der in Form eines reichhaltigen Buffets dargeboten wird.

 

Pranburi

Ein Café in Pranburi

Einen interessanten Mopedausflug unternehmen wir nach Pranburi, etwa 20 Kilometer südlich von Hua Hin, wo jeden Samstag ein gänzlich untouristischere Nachtmarkt stattfindet. Auf dem Weg dorthin müssen wir die Fahrt mehrmals unterbrechen, weil es immer wieder stark zu regnen beginnt.

Pranburi hat mit seinen alten Holzhäusern den Charme einer Westernstadt, in den Häusern befinden sich Antiquitätenläden und Cafés und an den Ständen des Nachtmarktes findet man jede Menge authentisches Thai-Food.

Wildlife Friends Foundation Thailand

Meine bisherigen Erlebnisse zum Thema "Tierhaltung in Südostasien" sind durchwegs deprimierend. Also war ich auch was die WFFT betrifft, eher skeptisch. Aber ich denke, die machen - so weit ich es beurteilen kann - einen guten Job.

Ziel der Organisation ist es, Tiere aus erbärmlichen Verhältnissen - zu retten, gesundzupflegen, und sofern möglich, wieder in ihr natürliches Umfeld zu entlassen. Hauptsächlich handelt es sich um ehemalige Arbeitstiere, Tiere die im Tourismus eingesetzt wurden oder als Haustiere gehalten wurden. Elefanten, Affen und Bären bilden den Schwerpunkt. Man erfährt viel über asiatisches Tierleid, zum Beispiel, mit welchen barbarischen Mitteln der Wille von Elefanten gebrochen wird. Damit ein Elefant "kooperiert", muss sein Wille gebrochen werden. Dies passiert mit Stockschlägen, Elektroschocks und Schlafentzug. Wer in Thailand oder sonst wo unbedingt auf einem Elefanten reiten will, trägt zu diesem Leid bei!

Das Geld, das Tagestouristen bezahlen, fließt in die Erhaltung und Ausbau der Anlagen. Derzeit entsteht z.B. ein "Elephant hospital". Tagesausflüge können direkt auf der Webseite von WFFT gebucht werden, man wird dann vom Hotel in Hua Hin abgeholt und auch wieder zurückgebracht.

www.wfft.org

Amphawa

Amphawa Floating Market

Einen weiteren Ausflug unternehmen wir in die Provinz Samut Songkhram. Zwischenhalt machen wir in Phetchaburi, wo wir den Wat Mahatat und die Khao Luang Höhle besuchen. Dann geht es in Richtung Amphawa. Dort in der Nähe steht der Bot Prok Pho, ein 250 Jahre altes Tempelhaus aus der Ayutthaya-Zeit. Das Besondere dieses Tempels ist, dass er komplett von einen Banyan Tree umwachsen ist. Zum Abschluss besuchen wir den schwimmenden Markt von Amphawa, wo es abends, wenn die meisten Besucher schon wieder abgezogen sind, schön ruhig ist. Ein gelungener Tagesausflug, den wir bei Mike (Ken Diamond Travel) gebucht haben.

Und sonst ...

... stille Stunden mit Blick auf's Meer, plantschen im Pool, sich fühlen wie in einem Märchen aus 1001 Nacht im "The Barai", dem Spa-Bereich unseres Hotels, Erkundungstouren mit dem Moped, köstliches Thai-Food, lange Strandspaziergänge und vieles mehr.

Hier noch ein paar Bilder aus Hua Hin und Umgebung. Mehr findet ihr in unserem Album bei flickr.

Pranburi

Der Haustempel des Hyatt

Das Very Good Restaurant in Pranburi

Blick vom Khao Takiab auf Hua Hin

Nachtmarkt in Pranburi